Schlaf im Alter: Was ist gesund & alltagstaugliche Tipps für besseren Schlaf
Du schläfst heute anders als früher? Wirst nachts öfter wach? Damit bist du nicht allein.
Erfahre, was ganz normal ist und wann du besser genauer hinschaust. Du bekommst praktische Tipps, wie du dein Schlafbedürfnis (inkl. Selbsttest) erkennst, warum Powernaps manchmal helfen und wann längeres Schlafen ein Warnzeichen sein kann.
So verstehst du besser, wie dein Schlaf funktioniert und was du konkret tun kannst, um ihn zu verbessern.
Klar, alltagstauglich und ohne Druck, damit guter Schlaf auch im Alter möglich bleibt.
Das Wichtigste in Kürze:
Wie verändert sich Schlaf im Alter? Was ist dann normal?
Vielleicht hast du es selbst schon bemerkt: Dein Schlaf fühlt sich heute anders an als vor 20 Jahren. Du schläfst leichter, wirst nachts häufiger wach oder bist morgens früher aktiv. Mir jedenfalls geht es so. Und ist das kein Zufall.
Mit dem Älterwerden verändert sich der Schlaf. Dies ist ein ganz natürlicher Prozess. Wichtig ist zu verstehen, was dabei normal ist. Außerdem, wann es sinnvoll sein kann, genauer hinzuschauen.
Schlafarchitektur: weniger Tiefschlaf, mehr Wachphasen
Die sogenannte Schlafarchitektur (der Ablauf deiner Schlafphasen) verändert sich mit dem Alter. Während junge Erwachsene einen hohen Anteil an Tiefschlaf haben, nimmt dieser Anteil im Laufe der Jahre ab. Stattdessen verbringen ältere Menschen mehr Zeit in den leichteren Schlafphasen. Wie der Begriff es sagt: Man wacht in ihnen leichter auf. Auch die REM-Phasen, in denen besonders viel geträumt wird, können sich verschieben.
Kurz zusammengefasst: Dein Schlaf wird fragmentierter, also in kürzere Abschnitte unterteilt. Viele ältere Menschen wachen mehrmals pro Nacht auf, oft ohne äußeren Anlass. Das kann zunächst irritierend wirken, ist aber in vielen Fällen ganz normal.
Veränderte Schlafstruktur im Alter
Laut einer Veröffentlichung in der Österreichischen Ärztezeitung ist es typisch, dass sich die Gesamtschlafdauer ab etwa dem 60. Lebensjahr zwar nur geringfügig verändert. Wohingegen sich die Schlafstruktur jedoch deutlich wandelt: Weniger Tiefschlaf, mehr Wachzeiten in der Nacht, tagsüber kurze Schlafphasen und ein insgesamt leichterer Schlaf.
Tipp: Wenn du nachts wach wirst, bleibe gelassen. Versuche nicht zwanghaft wieder einzuschlafen. Leise Musik, ein paar tiefe Atemzüge oder ein kurzer Gedanken-Notizzettel helfen dir oft mehr als Grübeln.
Früher müde, früher wach: der Schlafrhythmus verschiebt sich
Ein weiteres typisches Phänomen im Alter: Die innere Uhr verschiebt sich. Das heißt, du wirst abends früher müde und wachst morgens früher auf, oft noch vor dem Wecker. Was daran liegt, dass sich deine Schlaf-Wach-Regulation im Zeitverlauf verändert.
Das bedeutet nicht, dass du ein schlechter Schläfer bist. Nein, du wirst nur tendenziell zum Frühtyp. Dieses empfinden besonders Menschen, die früher eher nachtaktiv waren, anfangs als ungewohnt.
Fördere deinen Schlafrhythmus
Eine regelmäßige Tagesstruktur, möglichst viel Tageslicht am Morgen und leichte Bewegung helfen dir, deinen neuen Rhythmus positiv zu unterstützen.
Schlafdauer im Alter: Wie viel Schlaf brauche ich wirklich?
Mit dem Alter verändert sich nicht nur die Art, wie wir schlafen, sondern oft auch die Dauer. Viele fragen sich: Schlafe ich zu wenig?
Die Antwort: Es gibt Richtwerte für den Schlafbedarf im Alter, jedoch kein Idealmaß. Entscheidend ist, wie du dich tagsüber fühlst. Denn, wenn du mit Elan in den Tag startest, geistig klar bist und dich wohlfühlst, machst du wahrscheinlich schon vieles richtig.
Richtwerte & Individualität: Wie viel ist „normal“?
Laut National Sleep Foundation und Deutschem Ärzteblatt liegt die empfohlene Schlafdauer für Menschen über 50 bei 7 bis 8 Stunden pro Nacht. Jedoch: Das ist kein „Muss“.
Die optimale Schlafdauer ist individuell
Du kannst zu den Kurzschläfer:innen gehören, die mit 6 Stunden super zurechtkommen. Oder zu den Langschläfer:innen, die 9 Stunden brauchen, um sich richtig fit zu fühlen. Auch das ist okay, solange dein Körper am Tag mitmacht.
Braucht man im Alter weniger Schlaf? Mythos oder Realität?
Tatsächlich zeigt die Forschung: Der Schlafbedarf ändert sich im Alter kaum. Was sich ändert, ist oft die Schlafqualität. Denn der Schlaf wird leichter, unterbrochener. Dadurch fühlt er sich kürzer oder schlechter an.
Manche Menschen schaffen es einfach nicht mehr, genug erholsamen Schlaf zu bekommen, wegen häufiger Wachphasen, Schmerzen, Medikamenten oder Sorgen. (Quelle: DGSM, Ratgeber Schlafstörungen, Seite 2)
Selbsttest: Woran merke ich mein persönliches Schlafpensum?
Du willst wissen, wie viel Schlaf du brauchst? Dann hilft ein kurzer Selbsttest. Er funktioniert am besten in einer Phase, in der du nicht vom Wecker geweckt wirst, zum Beispiel im Urlaub oder am Wochenende.
So geht der Selbsttest für dein individuelles Schlafbedürfnis im Alter
- Geh abends in Bett, wenn du dich müde fühlst, nicht nach der Uhr.
- Lass dich morgens nicht wecken.
- Wiederhole das 5 bis 7 Tage lang.
- Notiere täglich:
- Einschlafzeit
- Aufwachzeit
- Wie du dich am nächsten Tag fühlst (Skala 1–10)
Die Auswertung:
Nach ein paar Tagen siehst du dein Muster.
Beispiel: Wenn du regelmäßig 7,5 Stunden schläfst und dich gut fühlst, ist das wahrscheinlich dein Idealbereich.
Im Alltag: Orientierung statt Selbsttest
Auch im Alltag (mit Wecker) kannst du dich orientieren:
- Hast du Konzentrationsprobleme?
- Bist du schnell gereizt oder ständig müde?
- Fällt dir körperliche Aktivität schwer?
Tipp: Dann lohnt sich ein Blick auf deinen Schlaf. Oder darauf, was ihn stört.
Ist viel Schlaf im Alter gesund?
Nach körperlicher Anstrengung, einer Erkältung oder stressigen Tagen länger im Bett zu bleiben, ist okay. Dann holt sich dein Körper, was er braucht.

Dauerhaft 9 bis 10 Stunden zu schlafen ist kritisch
Bedenklich wird es, wenn du über mehrere Wochen hinweg regelmäßig sehr lange schläfst. Also deutlich über 9 Stunden pro Nacht und dich trotzdem nicht erholt fühlst. Dies kann ein Hinweis darauf sein, dass dein Körper oder dein Stoffwechsel mehr Schlaf verlangt, als ihm guttut. Oder dass er Schlaf als Ausweichstrategie nutzt, z. B. bei Erschöpfung, unausgeschlafener Nacht oder emotionaler Belastung.
Warnzeichen: Wann du deinen Schlaf besser abklären lässt
Diese drei Fragen helfen dir bei der Einordnung:
- Hat sich mein Schlafverhalten kürzlich stark verändert?
Beispiel: Du schläfst auf einmal zwei Stunden länger als früher, ohne erkennbare Ursache. - Fühle ich mich trotz langer Schlafdauer ständig müde oder antriebslos?
Dann könnte der Schlaf nicht erholsam sein, z. B. durch Schlafapnoe oder Nebenwirkungen von Medikamenten. - Habe ich zusätzlich andere Veränderungen bemerkt?
Konzentrationsprobleme, Stimmungstiefs oder körperliche Leistungseinbrüche können ein Zeichen sein, dass etwas im Hintergrund mitwirkt.
Hinweis:
Wenn du eines oder mehrere dieser Anzeichen bei dir wahrnimmst, sprich mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt. Oft hilft ein einfaches Gespräch, um Ursachen einzukreisen, z. B. Infekte, Blutwerte, Medikamente oder psychische Belastungen.
Warum braucht man im Alter (scheinbar) weniger Schlaf?
Tatsächlich ist das einer der größten Irrtümer rund ums Thema Schlaf im Alter. Denn, der Bedarf bleibt meist gleich. Was sich verändert, ist die Art und Weise, wie wir schlafen. Oder besser gesagt: wie gut es uns gelingt, zur Ruhe zu kommen und durchzuschlafen.
Warum es sich nach weniger Schlaf anfühlt
Mit dem Alter verändert sich die sogenannte Schlafkontinuität. Also wie gleichmäßig dein Schlaf verläuft. Du wachst häufiger auf, schläfst seltener tief und fühlst dich dadurch weniger erholt, auch wenn du die gleiche Zeit im Bett verbringst. Dein Schlaf wird fragmentierter
Zudem verschiebt sich oft deine „innere Uhr“, dein Schlafrhythmus. Viele Menschen werden abends früher schläfrig und wachen morgens früher auf. Dies selbst ohne Wecker.
Die Studienlage
Laut der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) sind häufigere nächtliche Wachphasen sowie frühmorgendliches Erwachen normale altersbedingte Veränderungen, die jedoch nicht automatisch auf einen geringeren Bedarf hinweisen. (Quelle: DGSM, Ratgeber Schlafstörungen)
Die 5 häufigsten Schlafräuber im Alter und was du tun kannst
Nicht nur der Schlaf selbst verändert sich, auch dein Alltag hat Einfluss. Diese Faktoren können dazu führen, dass du deinen eigentlichen Schlafbedarf nicht mehr erreichst. Ich selbst habe mindestens schon einmal jeden dieser Schlafräuber erlebt.
1. Wenig Tageslicht & Bewegung
Deine innere Uhr braucht Licht, besonders am Vormittag.
Wer sich also seltener draußen bewegt, „verschiebt“ seinen Rhythmus. Das kann das Einschlafen erschweren und das frühe Erwachen verstärken.
Tipp: Starte den Tag mit einem kleinen Spaziergang. 20 Minuten reichen aus, auch bei Wolken. Das stabilisiert deinen Tag-Nacht-Rhythmus.
2. Nächtlicher Harndrang (Nykturie)
Wenn du nachts mehrfach zur Toilette musst, unterbricht das deinen Schlaf.
Gerade ab 60 betrifft das viele Menschen. Die Ursachen können harmlos sein (z. B. spätes Trinken). Jedoch kann es auch medizinisch bedingt sein, etwa durch Blasenschwäche oder Diabetes.
Beobachte: Wie oft musst du raus? Wann trinkst du wie viel? Und sprich offen mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
3. Schmerzen & körperliche Beschwerden
Gelenke, Rücken, Verspannungen: Körperliche Beschwerden sind ein häufiger Grund für unruhigen Schlaf, vor allem in den frühen Morgenstunden.
Tipp: Achte auf deine Schlafposition, auf passende Matratze und gutes Kopfkissen. Wärme (z. B. Wärmflasche) kann in der Nacht ebenfalls entspannen.
4. Medikamente
Viele Präparate, auch ohne direkte Schlafwirkung, können deinen Schlaf beeinflussen.
Dazu zählen z. B. Mittel gegen Bluthochdruck, Schmerzmittel oder Antidepressiva.
Hinweis: Lass regelmäßig prüfen, ob dein Medikamentenplan verändert werden kann. Ein sogenannter Medikationscheck hilft, Nebenwirkungen früh zu erkennen.
5. Psyche & Gedankenkarussell
Einsamkeit, Sorgen oder das Gefühl von Überforderung lassen viele Menschen im Alter schlechter zur Ruhe kommen.
Das Deutsches Ärzteblatt weist darauf hin, dass psychosoziale Belastungen zu den häufigsten Auslösern von Schlafproblemen zählen.
Hilfreich: Ein Notizblock neben dem Bett („Gedanken-Parkplatz“), feste Rituale vor dem Schlafengehen und einfache Entspannungstechniken.
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Buchtipp:
Gute Nacht, Gehirn
Gedanken, um zur Ruhe zu kommen
von Prof. Dr. Volker Busch
„Gute Nacht, Gehirn“ ist eine Schatzkiste voller wissenschaftlich fundierter, aber leicht umsetzbarer und humorvoller Tipps , die uns helfen, den stabilsten Frieden zu finden, den es gibt – den in uns selbst.
Schlafmittel, Melatonin & Co. – was im Alter wichtig ist
Wenn der Schlaf nachlässt, ist der Griff zu einer Tablette am Abend oft eine Versuchung. Verständlich. Jedoch gerade im Alter ist Vorsicht geboten, denn nicht jedes Schlafmittel ist harmlos. Da manche Präparate mehr schaden können als helfen.

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Meine Empfehlung für schlaflose Nächte:
Calmedoron von Weleda
Ich nehme sie selbst, denn das Mittel beruhigt und fördert das Einschlafen bei Unruhe und Nervosität.
Calmedoron ist ein anthroposophisches Arzneimittel, das zur Beruhigung und Förderung des Einschlafens eingesetzt wird. Sie helfen, indem sie die innere Ruhe wiederherstellen. Die enthaltenen Wirkstoffe wie Hafer, Hopfen, Passionsblume und Baldrian wirken harmonisierend auf das Nervensystem und können somit zur Linderung von Unruhezuständen beitragen.
Risiken & Wechselwirkungen: besonders Sturzrisiko & Benommenheit
Viele Schlafmittel, insbesondere klassische Benzodiazepine und ähnliche Schlaf‑Medikamente, wirken zwar beruhigend. Jedoch beeinflussen sie auch zentrale Funktionen im Gehirn und Nervensystem. Besonders im Alter kann das zu unerwünschten Effekten führen:
- Benommenheit am Morgen oder länger anhaltende Müdigkeit
- Koordinationsprobleme und Gleichgewichtsstörungen
- höheres Risiko für Stürze und Knochenbrüche, z. B. bei nächtlichem Toilettengang
- Kognitive Beeinträchtigungen wie Vergesslichkeit oder Verwirrtheit
- mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Risiken für Seniorinnen und Senioren durch Schlafmittel
PTAheute berichtet, dass die H1-Antihistaminika Diphenhydramin und Doxylamin problematisch für ältere Menschen sind.
Laut einer Studie von Professor Scott Weich, Professor für Psychiatrie an der Universität Warwick, besteht ein Zusammenhang zwischen der Einnahme von […] Schlaftabletten und einem erhöhten Sterberisiko.
Kurz zusammengefasst:
Schlafmittel sollten immer nur kurzfristig und unter ärztlicher Begleitung eingesetzt werden. Und niemals über Wochen, ohne dass Ursachen des Schlafproblems erstmal abgeklärt wurden.
Hype „Melatonin“: natürlich, jedoch nicht risikolos
Melatonin wird gerne als „sanfte“ Einschlafhilfe gesehen, weil es ein natürliches Hormon ist, das der Körper zur Steuerung des Tag‑Nacht‑Rhythmus nutzt. Deshalb ist es in vielen Ländern rezeptfrei als Nahrungsergänzung erhältlich. Aber auch hier ist Vorsicht angebracht:
- Die Menge an Melatonin im Körper kann individuell sehr unterschiedlich abgebaut werden. Dies kann besonders bei älteren Menschen zu überhöhten Spiegeln führen.
- Unerwünschte Wirkungen sind z. B. Tagesmüdigkeit, verringerte Aufmerksamkeit oder verlängerte Reaktionszeiten, die im Alltag gefährlich werden können (z. B. im Straßenverkehr).
- Langfristige Einnahme könnte nach ersten Studien mit negativen Herz‑Kreislauf‑Risiken in Zusammenhang stehen (z. B. höheres Risiko für Herz‑Kreislauf‑Ereignisse), auch wenn diese Daten noch vorläufig sind und weiter erforscht werden müssen.
(Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung, BfR, 2024)
Zusammengefasst:
Melatonin kann in manchen Fällen den Einschlafprozess unterstützen. Jedoch ist es kein Zauber‑Mittel. Denn, gerade wenn du mehrere Medikamente einnimmst, kann es zu Wechselwirkungen kommen, z. B. mit Antidepressiva, Blutverdünnern oder blutdrucksenkenden Mitteln. Darum: Immer mit deiner Ärztin oder deinem Arzt absprechen, bevor du Melatonin nutzt; auch wenn es rezeptfrei ist.
Der „Medikamenten Check“: ein Muss im Alter 50plus
Falls du Schlafmittel in Erwägung ziehst (egal ob verschreibungspflichtig oder frei erhältlich), ist ein Medikamenten‑Check eine hervorragende Idee. Dies führst du am besten gemeinsam mit deiner Hausärztin, deinem Hausarzt, einer Apothekerin bzw. einem Apotheker durch.
Diese Fragen sind zu klären:
✔ Welche Medikamente nimmst du aktuell?
✔ Gibt es Wechselwirkungen zwischen Schlafmitteln und anderen Wirkstoffen?
✔ Wäre eine nicht‑medikamentöse Therapie sinnvoller?
Hinweis: Medikamente können in Ausnahmefällen helfen. Allerdings sind sie kein Allheilmittel. Denn, viel wichtiger ist, die Ursachen des Schlafproblems zu verstehen und gezielt anzugehen, statt nur die Symptome zu überdecken.
5 praktische Tipps für besseren Schlaf
Besser schlafen beginnt mit einem bewussten Abend. Schon Dinge, wie das Handy früher ausschalten oder ein ruhiger Tagesabschluss, können dein Einschlafen positiv beeinflussen.
1. Abendroutine etablieren
Etwa 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafengehen den Tag „herunterfahren“. Kein helles Licht, kein intensives Grübeln.
2. Abschalten vor Bildschirmen
Smartphones, Fernseher & Tablets sollten spätestens 60 Minuten vor dem Schlafengehen aus sein. Denn das blaue Licht stört den Einschlafrhythmus.
3. Leichte Abendkost und warme Getränke
Kräutertee statt Kaffee oder schwerer Mahlzeit. Denn ein ruhiger Magen fördert den Schlaf.
4. Entspannungsrituale
Atemübungen, sanftes Lesen oder Musik können dir helfen, den Kopf frei zu bekommen. Auch Rückwärtszählen von 100 oder Subtraktion von 100 immer im Atemrhythmus wirken entspannend.
5. Tageslicht & Bewegung nutzen
Tagsüber Bewegung und natürliches Licht, besonders am (auch bewölkten) Morgen, unterstützen den Schlaf-Wach-Rhythmus.
Bei Schlafstörungen wann zum Arzt?
Schlafprobleme gehören zum Älterwerden dazu. Das stimmt. Wenn jedoch dein Schlaf über Wochen nicht erholsam ist und dich im Alltag beeinträchtigt, solltest du aktiv werden. Denn: Schlechter Schlaf ist behandelbar. Vorausgesetzt, du sprichst ihn an.
Diese Anzeichen sprechen für eine ärztliche Abklärung
Ein einzelner schlechter Abend oder ein paar unruhige Nächte sind noch kein Grund zur Sorge. Wenn du jedoch mehrere dieser Punkte bei dir wiedererkennst, ist es Zeit für ein Arztgespräch:

- Du schläfst seit mehr als 3 bis 4 Wochen regelmäßig schlecht ein oder durch.
- Dein Schlafproblem belastet dich spürbar: emotional, körperlich oder im Alltag.
- Du bist tagsüber dauerhaft müde, unkonzentriert oder gereizt.
- Du hast Leistungseinbrüche, z. B. beim Sport, Autofahren oder im Gespräch.
- Andere sagen dir, du schnarchst laut oder setzt im Schlaf die Atmung aus
Hinweis:
Laut der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) solltest du den Schlaf medizinisch abklären lassen, wenn er „über mindestens vier Wochen beeinträchtigt ist und die Tagesfunktion messbar eingeschränkt wird“. (Quelle: DGSM Patientenratgeber „Schlaf im Alter“, Seite 4)
Wichtig: Je früher du deine Schlafprobleme ansprichst, desto besser lassen sie sich behandeln. Dies ist oft schon durch kleine Veränderungen, ohne Medikamente, möglich.
Vorbereitung fürs Arztgespräch
Du möchtest dich auf den Termin vorbereiten? Sehr gute Idee. Denn je konkreter du deine Erfahrungen schildern kannst, desto leichter lässt sich eine passende Lösung finden.
Folgende 2 Punkte helfen dir:
1. Schlafprotokoll führen (7 – 14 Tage)
Ein Schlafprotokoll ist ein einfaches Formular, in dem du täglich notierst:
- Wann du ins Bett gegangen bist
- Wie lange du geschlafen hast (geschätzt)
- Ob du nachts wach warst, wie oft und wie lange
- Wie du dich morgens gefühlt hast
- Deine Tagesform (Skala 1–10)
>> Vorlage eines Schlaftagebuchs (Quelle: Stiftung Gesundheitswissen)
2. Fragenliste fürs Gespräch über deine Schlafstörung
Notiere dir vor dem Termin, was du wissen oder mitteilen willst. Beispiele:
- Was sind mögliche Ursachen für meine Schlafprobleme?
- Können meine aktuellen Medikamente den Schlaf beeinflussen?
- Gibt es nicht-medikamentöse Wege, besser zu schlafen?
- Sollte ich ins Schlaflabor überwiesen werden?
Tipp: Nimm die Liste ruhig mit ins Gespräch. Das hilft dir, fokussiert zu bleiben und nichts zu vergessen.
FAQ – Häufige Fragen zu Schlaf im Alter
Die meisten Menschen über 50 Jahre kommen mit 7 bis 8 Stunden Schlaf gut zurecht. Manche brauchen etwas mehr, andere etwas weniger. Dabei ist nicht die exakte Zahl wichtig, sondern wie du dich tagsüber fühlst. Bist du wach, konzentriert, aktiv? Dann passt dein Schlafpensum vermutlich zu dir.
Nein, das ist ein häufiger Irrtum. Der Schlafbedarf bleibt meist ähnlich wie in jüngeren Jahren. Was sich verändert, ist oft die Schlafqualität und die Schlafstruktur. Der Schlaf wird leichter, unterbrochener und fühlt sich kürzer an. Das heißt aber nicht, dass du weniger brauchst.
Mit dem Alter verändert sich die innere Uhr. Viele Seniorinnen und Senioren werden abends früher müde und wachen auch früher auf. Gleichzeitig wird der Schlaf fragmentierter, also häufiger durch kurze Wachphasen unterbrochen. Das ist normal, kann aber dazu führen, dass man sich weniger erholt fühlt.
Ein paar Tage länger zu schlafen, ist kein Problem. Wenn du jedoch regelmäßig über 9 bis 10 Stunden schläfst und trotzdem tagsüber müde oder antriebslos bist, solltest du das abklären lassen. Denn dann kann eine körperliche oder seelische Ursache dahinterstecken, z. B. Infekte, Medikamente, Schlafapnoe oder Depression.
Ja, kurze Nickerchen am Tag können dir helfen, Energie zurückzugewinnen. Optimal ist ein Powernap von 10 bis 20 Minuten, am besten vor 15 Uhr. So profitierst du von der Erholung, ohne deinen Nachtschlaf zu stören. Länger zu schlafen oder zu spät zu nappen, kann die Nacht „kippen“ lassen.
Typische Schlafräuber ab 50plus sind:
- nächtlicher Harndrang (Nykturie)
- körperliche Beschwerden, z. B. Rücken-, Gelenk- oder Nervenschmerzen
- Nebenwirkungen von Medikamenten, z. B. Blutdrucksenker, Schmerzmittel
- psychische Faktoren, Einsamkeit, Sorgen, Stress
- fehlende Struktur am Tag, wenig Licht, wenig Bewegung
Viele dieser Ursachen lassen sich erkennen sowie aktiv beeinflussen.
Bei Schlafapnoe kommt es im Schlaf zu Atemaussetzern. Hinweise sind:
- lautes, unregelmäßiges Schnarchen
- Atempausen (oft von Partner:innen bemerkt)
- starke Tagesmüdigkeit trotz scheinbar langem Schlaf
Restless Legs (unruhige Beine) äußern sich durch Kribbeln, Ziehen oder Spannungsgefühl in den Beinen. Dies kommt meist abends im Liegen vor. Betroffene verspüren einen Drang, die Beine zu bewegen.
In beiden Fällen gilt: Ärztlich abklären lassen. Oft helfen gezielte Therapien schnell.
Wenn du…
- seit mehr als 3–4 Wochen schlecht schläfst
- tagsüber erschöpft bist oder dich schlecht konzentrieren kannst
- Leistungsabfall, Stimmungstiefs oder starke Reizbarkeit bemerkst
- Atemaussetzer, starkes Schnarchen oder Veränderungen deines Schlafverhaltens beobachtest
…dann ist ein ärztliches Gespräch ratsam. Oft reichen schon einfache Untersuchungen (z. B. Blutbild, Medikationscheck), um Ursachen zu finden.
Viele Schlafprobleme lassen sich durch einfache Veränderungen im Alltag verbessern. Zum Beispiel:
- morgens Licht tanken & regelmäßig bewegen
- abends Bildschirme meiden & eine ruhige Routine entwickeln
- Entspannungsübungen, Atemtechniken oder ein „Gedanken‑Parkplatz“ nutzen
- Mittagsschlaf begrenzen und feste Aufstehzeiten einhalten
Erst wenn diese Maßnahmen nicht helfen, kann ein ärztliches Gespräch über weitere Schritte sinnvoll sein.
Hinweis:
Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.
Meine Gedanken
Auch mein Schlaf ist manchmal nicht so erholsam, wie ich mir das wünschen würde. Mal sind es viele Ereignisse am Tag, mal habe ich viel zu wenig „Sonnenlicht“ aufgeno mmen oderden richtigen Zeitpunkt ins Bett zu gehen, weit überschritten. Zudem entwickle ich mich vom ehemals „Frühtyp“ zum späteren Aufstehen, was in der Arbeitswoche zu „Aufstehkonflikten“ führt.
Um meinen Schlaf zu verbessern, trinke ich nun ab 14 Uhr keinen koffeinhaltigen Kaffee mehr, versuche in der Woche vor 22 Uhr ins Bett zu gehen oder nutze abends „Healing Frequencies“-Musik. Wenn all das nicht hilft, nehme ich maximal 8 Globuli Calmoderon* von Weleda. Damit komme ich mindestens in einen Dämmerzustand, meistens schlafe ich auch gut ein und durch.
Ich weiß, dass ich noch Luft nach oben habe, z. B. bei meinem Schlafrhythmus, der alles andere als regelmäßig ist. Doch: Nobody is perfect!
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