Im Rahmen des jährlich am 1. März stattfindenden Null-Diskriminierungstages, initiiert von UNAIDS, möchte ich insbesondere das Thema Altersdiskriminierung aufgreifen. Diese Form der Diskriminierung kann sowohl Ältere als auch Jüngere treffen.

Was tun bei Altersdiskriminierung?

Häufig wird Diskriminierung aufgrund des Alters von den Betroffenen nicht als solche wahrgenommen. Und wird es bemerkt, wissen viele Menschen nicht, dass es ein Gesetz gibt, das vor dieser Art der Diskriminierung schützt.

Altersdiskriminierung ist in Deutschland verboten. Grundlage ist das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Das AGG gilt in Beschäftigung und Beruf sowie auch bei Geschäften des täglichen Lebens z. B. dem Einkauf, dem Abschluss von privatrechtlichen Versicherungen oder Altersbeschränkungen in Hotels.

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)

„Das AGG schützt alle Menschen in Deutschland vor Diskriminierung aus rassistischen Gründen oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität in zwei Lebensbereichen: In Beschäftigung und Beruf sowie bei Alltagsgeschäften. Eine aufgrund ihres Lebensalters benachteiligte Person kann Ansprüche auf Beseitigung, Unterlassung, Schadensersatz und Schmerzensgeld geltend machen. Andere Bereiche sind vom Rechtsschutz ausgenommen.“
Quelle: www.antidiskriminierungsstelle.de

Eine Anlaufstellung für Beratung und Unterstützung:

Antidiskriminierungsstelle des Bundes
Telefon: 0800 – 546 546 5 (Mo. bis Fr. 9 –15 Uhr)
Email: beratung@ads.bund.de
Zum Kontaktformular

Sofern ein Verstoß gegen das AGG vorliegt, hast du einen Anspruch auf Entschädigung und Schadensersatz. Um dieses einzufordern, musst du innerhalb von zwei Monaten nach der Diskriminierung dem entsprechenden Unternehmen oder der Person eine schriftliche Mitteilung deiner Forderungen übergeben. Am besten lässt du dich vorher rechtlich beraten.

Bei Altersdiskriminierung bestehen folgende Handlungsmöglichkeiten

Altersdiskriminierung am Arbeitsplatz

Wende dich sich an deine Personalabteilung, deinen Betriebs- oder Personalrat oder suche dir Unterstützung bei einem Anwalt für Arbeitsrecht. Wichtig: Sammle Unterlagen (Emails etc.), führe Gesprächsnotizen.

Generelle Beratung bei Altersdiskriminierung

Neben der Antidiskriminierungsstelle des Bundes gibt es weitere Organisationen, die dich unterstützen können:

Deutsche Seniorenliga 
Büro gegen Altersdiskriminierung

„Nicht das Alter ist das Problem, sondern unsere Einstellung dazu.“
Marcus Tullius Cicero

Wo findet Altersdiskriminierung statt?

Eine Diskriminierung aufgrund des Alters findet in vielen Bereichen statt, z. B.

Altersdiskriminierung im Beruf

Am größten erscheint der daraus resultierende Nachtteil im Erwerbsleben. In der Berufswelt umfasst Diskriminierung von Senior:innen offen erklärte oder versteckte Altersgrenzen im Arbeitsmarkt. Diese können von der Stellenausschreibung bis zur Weiterbildung, Beförderung und Kündigung in Erscheinung treten.

Werbewirksame Altersdiskriminierung

Lag der Fokus der Werbebranche jahrzehntelang auf der Jugend und den jüngeren Erwachsenen, so richtet er sich gegenwärtig vermehrt auf ältere Generationen. Dies mag damit zusammenhängen, dass die Anzahl der kaufkräftigen Senior:innen zugenommen hat. Vermutlich wird sich die Gewichtung aufgrund der demografischen Entwicklung weiter in diese Richtung verschieben.

Altersdiskriminierung durch mangelhafte Pflege

In Pflege- und Altenheimen sterben jährlich mindestens 10.000 Menschen aufgrund von Vernachlässigung oder Mangelversorgung vorzeitig.

Altersdiskriminierung bei Vertragsabschlüssen

Das Alter spielt nicht nur beim Abschluss und der Prämienhöhe von z. B. Kranken-, Lebens-und Reiserücktrittsversicherungen eine bedeutende Rolle. Auch bei der Vergabe von Krediten oder Hypotheken durch Geldinstitute macht sich ein höheres Alter negativ bemerkbar.

Altersdiskriminierung bei medizinischen Leistungen

So erhalten Frauen ab ihrem 70. Geburtstag keine Einladung mehr zu einem Mammographie-Screening, der wichtigsten Maßnahme zur Früherkennung von Brustkrebs. Obwohl dies die häufigste Krebsart bei Frauen und über 25% der Mamma-Carzinom-Patientinnen über 75 Jahre alt sind, zählt das Mammografie-Screening dann als Eigenleistung.

Grundlage einer altersbezogenen Rationierung (u. a. bei Kreditvergabe, medizinische Leistung) ist das Denken in Kategorien der „Rest-Lebenserwartung“. Unterschätzt wird bei der Berechnung der „Rest-Lebenserwartung“ eines Menschen, wie lange ein älterer Mensch vermutlich noch leben könnte, wenn ihm eine Krankheit erspart bliebe, die bei Älteren mit relativ großer Wahrscheinlichkeit zum Tod führen würde.

„Irgendwie sind alle Leute in meinem Alter viel älter als ich.“
Unbekannt

Was ist Altersdiskriminierung?

Grundsätzlich kann Diskriminierung aufgrund des Alters jede Altersgruppe betreffen. Bei Altersdiskriminierung erfahren Personen oder Gruppen eine soziale und/oder ökonomische Benachteiligung aufgrund ihres Lebensalters. Senior:innenfeindlichkeit oder Altendiskriminierung ist gemeint, wenn sich die Herabsetzung gegen Menschen oberhalb oder unterhalb eines bestimmten Alters richtet.

Diskriminierung aufgrund des Alters zeigt sich immer im Verhalten. Sie kann jedoch auch verstärkender Bestandteil in der Sprache sein: So hat das Attribut „alt“ i. d. R. die Funktion, ohnehin abwertend gemeinte Begriffe weiter zu verstärken (Beispiel: „alte Oma“).

Generell wird bei jeder Form der Diskriminierung unterstellt, dass Menschen einer bestimmten Gruppe spezielle, definierte Eigenschaften besitzen, ohne dass dies im Einzelfall überprüft wird.

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Meine Gedanken

Es ist wichtig das Bewusstsein bei älteren – aber auch bei jüngeren – Menschen zu schärfen: Denn die Jungen von heute sind die Älteren von morgen. Dazu braucht es Information und Aufklärung nicht nur am Zero Discrimination Day. Es geht nicht nur um eine Gleichbehandlung aller Generationen, sondern vor allem auch um die Möglichkeit der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben in verschiedenen Bereichen – egal welchen Alters.

Generationenkonflikte aufgrund von rechtlichen Schlupflöchern oder Vorgaben (z. B. aktuelles Rentensystem) sollten vermieden werden. Dort wo sie sichtbar werden, sind sie zu thematisieren und zu ändern.

Meine Fragen an dich

Wo hast du schon einmal Altersdiskriminierung erlebt? Und was hast du dagegen unternommen? Und warst du erfolgreich?

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