Schlafapnoe erkennen und verstehen: Symptome, Ursachen, Risiken
Du schläfst eigentlich genug und fühlst dich morgens trotzdem erschöpft? Damit bist du nicht allein. Hinter anhaltender Müdigkeit können nächtliche Atemaussetzer stecken, die oft lange unbemerkt bleiben. Erfahre verständlich und Schritt für Schritt, was Schlafapnoe ist, welche Symptome typisch sind und warum sie besonders ab 50 häufiger auftritt. Zudem bekommst du ein Gefühl dafür, was in deinem Körper passiert. Und wann es sinnvoll ist, genauer hinzuschauen.
Das Wichtigste in Kürze:
Schlafapnoe bleibt oft lange unbemerkt.
Atemaussetzer passieren nachts. Viele merken sie selbst nicht, spüren aber die Folgen am Tag.Müdigkeit trotz Schlaf ist ein zentrales Warnsignal.
Wenn du dich morgens nicht erholt fühlst, lohnt sich ein genauer Blick auf deinen Schlaf.Typische Symptome zeigen sich nachts und tagsüber.
Von Schnarchen und Atempausen bis hin zu Konzentrationsproblemen und Erschöpfung. Die Symptome von Frauen unterscheiden sich oft von denen der Männer.Das Risiko steigt mit dem Alter.
Besonders ab etwa 50 treten körperliche Veränderungen auf, die Atemaussetzer begünstigen.Verstehen ist der erste Schritt zu mehr Energie.
Wer die Zusammenhänge kennt, kann Symptome besser einordnen und bewusster handeln.
Was ist Schlafapnoe?
Schlafapnoe bedeutet einfach erklärt: Der Atem setzt im Schlaf für kurze Momente aus. Diese Pausen nennt man Apnoen. Sie stören den natürlichen Schlafrhythmus. Oft, ohne dass du es bemerkst.
Kurz erklärt
- Der Atem stoppt für Sekunden
- Der Körper reagiert mit einem kleinen Weckreiz
- Der Schlaf wird dadurch weniger erholsam
Hinweis:
Viele Menschen ab 50 fühlen sich deshalb morgens müde, obwohl sie ausreichend geschlafen haben.1
Schlafapnoe-Syndrom versus „nur schnarchen“

Schnarchen allein ist meist harmlos. Beim Schlafapnoe-Syndrom kommen jedoch Atemaussetzer beim Schlafen hinzu. Sie dauern länger als 10 Sekunden und sind ausschlaggebend dafür, dass der Körper nachts Stress erlebt.
Wichtiger Unterschied
- Schnarchen = Geräusch
- Schlafapnoe = Atempausen mit Folgen für Erholung und Energie
Hinweis: Nicht die Lautstärke zählt, sondern die wiederholten Unterbrechungen der Atmung. 1
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Schlaf im Alter von Stephan Hänni
Es ist nie zu spät mit einem guten, gesunden und regenerierenden Schlaf zu beginnen. Denn guter Schlaf ist im Alter sehr wichtig.
Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (OSAS)
Bei der häufigsten Form, der obstruktiven Schlafapnoe, verengt sich der Atemweg im Schlaf. Die Muskulatur entspannt, die Luft hat weniger Platz, wodurch der Atemfluss abbricht.
Was dabei passiert
- Die Zunge rutscht leicht nach hinten
- Der Atemweg wird enger
- Der Atem setzt aus, der Körper „weckt“ reflexartig kurz auf
Wie fühlt sich eine obstruktive Schlafapnoe an?
Für Betroffene fühlt sich das oft so an, als würde der Körper nachts ständig „neu starten“. Die betroffene Person bekommt davon meist nichts mit. Jedoch leidet die Erholung. Wodurch der nächste Tag mit weniger Kraft und Energie beginnt, als eigentlich benötigt.

Warum ist das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom so häufig?
Mit zunehmendem Alter verändert sich die Spannkraft des Gewebes. Genau deshalb tritt die obstruktive Form besonders oft bei Menschen über 50 auf. Sie ist die Variante, die im Alltag am häufigsten vorkommt. Gleichzeitig ist sie diejenige, über die viele Betroffene erst spät Bescheid wissen.1
Zentrale Schlafapnoe
Neben der obstruktiven gibt es auch die zentrale Schlafapnoe. Kurz erklärt: Hier liegt die Ursache nicht im verengten Atemweg, sondern im Gehirn: Die Steuerung der Atmung setzt für Momente aus. Der Körper „vergisst“ kurz, einen Atemzug einzuleiten.
Diese Form ist wesentlich seltener und tritt oft in Verbindung mit bestimmten Vorerkrankungen auf.2
Was passiert bei Atemaussetzern im Schlaf?
Auch wenn du nachts scheinbar ruhig schläfst, kann in deinem Körper viel Unruhe entstehen. Atemaussetzer wirken unscheinbar, haben jedoch spürbare Folgen für Erholung, Energie und Wohlbefinden. Erfahre verständlich erklärt, was genau dabei im Körper passiert und warum du dich morgens oft wie „nicht richtig ausgeschlafen“ fühlst.
Wenn der Atem stockt: Was im Körper abläuft
Ein Atemaussetzer wirkt von außen unscheinbar. Doch im Körper läuft ein komplexer Alarmprozess ab: Sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut, reagiert das Gehirn sofort. Es löst einen kurzen Weckreiz aus, damit die Atmung wieder startet. Diese Mini-Unterbrechungen sind so kurz, dass man sie nicht bewusst wahrnimmt. Jedoch kosten sie Kraft und verhindern tiefen Schlaf.
Der Schlaf wird gestört, obwohl man weiterschläft
Obwohl Betroffene äußerlich ruhig weiterschlafen, wird der innere Schlafrhythmus immer wieder gestört. Die Atemaussetzer verhindern, dass der Körper in stabile Tief- und REM-Phasen kommt. Viele Betroffene beschreiben das Gefühl, „irgendwie geschlafen zu haben, aber nicht wirklich erholt“ zu sein.
Warum Schlaf Atemaussetzer zu Morgenmüdigkeit führen
Atemaussetzer dauern meist nur Sekunden. Sie treten jedoch häufig auf. Manche Menschen erleben sie sogar dutzendfach in einer einzigen Stunde. Jede einzelne Unterbrechung zwingt den Körper, Energie aufzuwenden, um die Atmung erneut zu starten. Am Morgen fühlt sich das an, als wäre der nächtliche Akku nur halb geladen worden.
Schlafapnoe Symptome: die wichtigsten Anzeichen – tagsüber und nachts
Schlafapnoe zeigt sich nicht immer laut und einfach erkennbar. Viele Anzeichen sind leise, unscheinbar – vor allem bei Frauen – und werden über Jahre übersehen. Besonders Menschen ab 50 neigen dazu, Müdigkeit oder Schlafprobleme „einfach hinzunehmen“. Doch die folgenden Symptome können wichtige Hinweise sein.

Nächtliche Symptome: Oft zuerst von Partner:innen bemerkt
In der Nacht treten die typischen Signale der Schlafapnoe am deutlichsten auf. Viele Betroffene erinnern sich selbst nicht daran. Jedoch berichten Partnerinnen und Partner häufig von Atempausen oder auffälligem Schnarchen.
Häufige nächtliche Symptome:
- Lautes, unregelmäßiges Schnarchen mit hörbaren Atemaussetzern/Atemstillständen
- Plötzliches Erwachen: oft begleitet von Herzrasen oder dem Gefühl, „keine Luft zu bekommen“
- Nächtliches Schwitzen oder häufiges Wasserlassen
Diese Hinweise gelten für Männer wie Frauen. Studien zeigen allerdings, dass Schlafapnoe Symptome bei Frauen oft weniger „klassisch“ sind und daher später erkannt werden.
Schlafapnoe Symptome bei Frauen werden häufig übersehen
Frauen berichten oft nicht über lautes Schnarchen. Ihre Symptome sind subtiler: Schlaflosigkeit, innere Unruhe, morgendliche Kopfschmerzen oder Stimmungsschwankungen. Dadurch wird die Diagnose im Schnitt später gestellt.
Typische Unterschiede zwischen Frauen und Männern
- Frauen: eher unruhiger Schlaf, Kopfschmerzen, Müdigkeit trotz ausreichender Zeit im Bett
- Männer: häufiger laut hörbares Schnarchen und sichtbare Atempausen
Warnzeichen tagsüber, die viele 50+ „wegschieben“
Die Folgen der nächtlichen Atemaussetzer begleiten viele Menschen durch den ganzen Tag. Oft werden sie auf Stress, Alter oder schlechten Schlaf geschoben. Dabei steckt dahinter eine klare körperliche Ursache.
Typische Tages-Symptome von Frauen und Männern: 1
- Starke Müdigkeit, selbst nach vermeintlich „ausreichendem“ Schlaf
- Konzentrationsprobleme, schnelle Erschöpfbarkeit
- Morgendliche Kopfschmerzen oder trockener Mund
- Leistungsabfall: viele beschreiben das Gefühl, „nicht mehr richtig in Schwung zu kommen“
- Sekundenschlaf-Risiko, besonders beim Autofahren
- Libidoverlust
Kurze Checkliste „Schlaf Atemaussetzer“: Bin ich betroffen

Diese kleine Orientierungshilfe ersetzt keinen Test oder ein ärztliches Gespräch, zeigt dir jedoch typische Muster, die viele Betroffene im Rückblick erkennen.
Checkliste:
- Wache ich morgens oft müder auf, als ich ins Bett gegangen bin?
- Habe ich Konzentrationsprobleme oder bin ich tagsüber schnell erschöpft?
- Hat jemand bemerkt, dass ich nachts Atempausen habe?
- Fühle ich mich manchmal „wie weggetreten“, etwa beim Lesen oder Fernsehen?
- Habe ich häufig Kopfschmerzen am Morgen?
Auswertung: Wenn mehrere Punkte zutreffen, lohnt es sich, die eigenen Symptome ernst zu nehmen und ärztlich abklären zu lassen.
Ursachen & Risikofaktoren: Warum Schlafapnoe ab 50 häufiger wird
Schlafapnoe entsteht selten „von heute auf morgen“. Meist wirken mehrere Faktoren zusammen: körperliche Veränderungen, Lebensgewohnheiten und manchmal auch genetische Einflüsse. Gerade ab dem 50. Lebensjahr zeigt sich, dass der Körper bestimmte Belastungen anders verarbeitet als früher. Viele der folgenden Ursachen lassen sich gut verstehen und helfen, die eigenen Symptome besser einzuordnen.
Warum das Risiko steigt: Alter und Gewebeveränderungen
Mit zunehmendem Alter verliert das Gewebe auch im Rachen an Spannung. Die Muskulatur entspannt sich stärker – besonders im Schlaf. Dadurch kann der Atemweg leichter einengen und der Atemfluss kurz stoppen. Das ist ein natürlicher Prozess. Dennoch erklärt er, warum Schlafapnoe gerade in der zweiten Lebenshälfte häufiger auftritt. 1
Lebensstil und Gewohnheiten, die Atemaussetzer begünstigen

Unabhängig vom Alter können bestimmte Verhaltensweisen die Atemwege zusätzlich belasten. Denn Frau und Mann über 50 reagieren oft sensibler darauf, weil der Körper sich langsamer regeneriert als früher.
Typische Verstärker:
- Starkes Übergewicht
- Alkohol am Abend entspannt die Muskulatur im Rachen zusätzlich
- Schlaf- und Beruhigungsmittel können denselben Effekt haben
- Rückenlage beim Schlafen erleichtert das Zurückrutschen der Zunge
Hinweis:
Es geht hier nicht um „Schuld“, sondern um Verständnis. Und darum, dass kleine Faktoren großen Einfluss auf die nächtliche Atmung haben können.
Übergewicht: ein bekannter, jedoch nicht alleiniger Risikofaktor
Viele Betroffene sind normalgewichtig und trotzdem betroffen. Dennoch gilt: Mehr Gewebe im Halsbereich kann den Atemweg zusätzlich verengen. Wichtig ist, das Thema ohne Bewertung zu betrachten. Es erklärt einen Teil des Risikos, aber nicht die ganze Geschichte.
Ist Schlafapnoe vererbbar?
In manchen Familien treten Schlafapnoen oder starke Schnarchmuster häufiger auf. Das bedeutet nicht, dass jeder Nachkomme „automatisch“ betroffen ist. Aber genetische Faktoren können die Anatomie oder Muskelspannung beeinflussen und damit das Risiko vor allem für die obstruktive Schlafapnoe etwas erhöhen. 3
Welche Folgen kann Schlafapnoe haben?
Schlafapnoe ist nicht nur eine „Schlafstörung“. Nein, sie betrifft den ganzen Körper. Dies besonders, wenn Atemaussetzer über längere Zeit unbemerkt bleiben. Viele fragen sich: „Ab wann ist Schlafapnoe gefährlich?“
Die Antwort lautet: Dann, wenn die Atempausen regelmäßig auftreten und den Schlaf über Wochen, Monate oder sogar Jahre unterbrechen. Je länger das andauert, desto stärker kann die Schlafapnoe Folgen für Herz, Gehirn und Alltag werden.
Herz & Kreislauf: Wenn der nächtliche Stress Spuren hinterlässt
Bei jedem Atemaussetzer fällt der Sauerstoffgehalt im Blut ab. Der Körper reagiert mit Stresssignalen: Puls und Blutdruck steigen kurz an, um das Defizit auszugleichen. Passiert das häufig, kann das Herz-Kreislauf-System überlastet werden.
Mögliche Folgen:
- dauerhaft erhöhter Blutdruck
- höheres Risiko für Herzrhythmusstörungen
- langfristig steigendes Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall
Schlafapnoe Folgen fürs Gehirn: wenn Erholung fehlt
Das Gehirn braucht nachts stabile Schlafphasen, um sich zu regenerieren. Atemaussetzer reißen diese Erholungsphasen immer wieder auseinander. Dadurch bekommt das Gehirn weniger Sauerstoff und weniger Tiefschlaf. Dies sind zwei Faktoren, die zentral für Leistungsfähigkeit und emotionale Balance sind.
Typische Auswirkungen auf das Gehirn: 4
- Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
- längere Reaktionszeiten
- erhöhte Reizbarkeit oder emotionale Erschöpfung
- höheres Risiko für depressive Verstimmungen5
Für viele Betroffene erklärt das, warum sie tagsüber „nicht mehr richtig klar denken können“ oder sich leicht überfordert fühlen.
Unterschätzte Risiken im Alltag und für die Sicherheit
Viele erleben im Alltag plötzlich Momente, in denen sie kurz „wegdriften“, z. B. beim Lesen oder Autofahren. Das nennt man Sekundenschlaf. Er tritt auf, wenn das Gehirn schlicht übermüdet ist und sich für Sekunden abschaltet.
Warum das gefährlich ist:
Schon wenige Sekunden Unaufmerksamkeit reichen aus, um in riskante Situationen zu geraten, besonders im Straßenverkehr.
Zusammengefasst: Ab wann wird Schlafapnoe gefährlich?

Schlafapnoe ist besonders dann riskant, wenn:
- nächtliche Atemaussetzer regelmäßig auftreten
- starke Tagesmüdigkeit den Alltag beeinträchtigt
- Herz-Kreislauf-Beschwerden dazukommen
- Gedächtnis- oder Konzentrationsprobleme zunehmen
Gefährlich wird Schlafapnoe also nicht durch ein einzelnes Ereignis, sondern durch die Summe der nächtlichen Belastungen, die sich über lange Zeit auf Körper und Gehirn auswirken können. 1
Schlafapnoe im Alltag: Beziehung, Scham & Kommunikation
Schlafapnoe betrifft nicht nur die Nacht, sie beeinflusst auch Beziehungen, Nähe und das gemeinsame Wohlbefinden. Viele Menschen schämen sich für ihr Schnarchen oder die nächtlichen Atempausen. Hab Mut: Offene Kommunikation entlastet und kann ein wichtiger Schritt sein, sich nicht allein zu fühlen.
Scham, Unsicherheit. Warum ein Gespräch trotzdem entlastet
Viele Betroffene schämen sich für ihr Schnarchen oder befürchten, als „unruhige Schlafende:r“ wahrgenommen zu werden. Doch gerade offene, liebevolle Gespräche können entlasten.
Anmerkungen wie „Ich glaube, ich schlafe unruhig. Hast du etwas bemerkt?“, können Türen öffnen und Missverständnisse lösen.
Gemeinsam hinzuschauen, statt zu schweigen, schafft Nähe. Zudem gibt es beiden Seiten das Gefühl, die Situation aktiv gestalten zu können.
5 hilfreiche Impulse, um das Thema behutsam anzusprechen
- Ich-Botschaften nutzen: „Ich mache mir Gedanken…“ statt „Du schnarchst ständig…“.
- Gemeinsames Ziel betonen: besser schlafen, mehr Energie für den Tag.
- Beobachtungen sachlich teilen: kurze, klare Beispiele statt Kritik.
- Scham ernst nehmen: Verständnis zeigen, nicht bewerten.
- Gespräch kurzhalten: kleine Schritte sind oft hilfreicher als große Vorträge.
Tipp: Diese Impulse unterstützen ein Gespräch auf Augenhöhe; ohne Druck, ohne Vorwürfe, dafür mit Verständnis und Respekt.
Abgrenzung: Nicht jede Müdigkeit ist Schlafapnoe
Müdigkeit gehört zum Leben, besonders in Phasen mit viel Verantwortung, wenig Erholung oder gesundheitlichen Veränderungen. Doch Schlafapnoe unterscheidet sich deutlich von „normaler Erschöpfung“. Viele Betroffene spüren intuitiv, dass sich ihre Müdigkeit anders anfühlt: tiefer, nachhaltiger, schwerer loszuwerden. Genau hier hilft eine klare Abgrenzung.
Wenn Müdigkeit normale Ursachen hat
Manchmal ist Müdigkeit einfach das Ergebnis von Alltagssituationen:
- unruhige Nächte
- Stress oder emotionale Belastungen
- übermäßiger Medienkonsum am Abend
- Medikamente, die schläfrig machen
Diese Formen der Erschöpfung verschwinden meist wieder, sobald sich Schlafrhythmus oder Belastung ändern.
>> Lesetipp: Schlafstörungen im Alter natürlich behandeln
Was Müdigkeit durch Schlafapnoe besonders macht
Bei Schlafapnoe entsteht Müdigkeit trotz scheinbar ausreichender Schlafdauer. Der Körper bekommt in der Nacht schlicht nicht die Erholung, die er braucht. Viele beschreiben es so: „Ich schlafe – aber mein Körper kommt nicht zur Ruhe.“
Typisch für Schlafapnoe-bedingte Müdigkeit:1
- Sie hält über Wochen oder Monate an.
- Sie bessert sich nicht, obwohl man früher ins Bett geht.
- Sie geht mit weiteren Symptomen einher: Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme, Gereiztheit.
Schlafapnoe trotz wenigem Schnarchen?
Ja. Viele Menschen glauben, Schlafapnoe gehe immer mit lautem Schnarchen einher. Das stimmt nicht. Gerade Frauen berichten häufig von eher leisen oder unauffälligen Schlafgeräuschen. Trotzdem treten Atemaussetzer auf.
Ein weiterer Grund, warum Schlafapnoe oft spät erkannt wird: ohne auffälliges Schnarchen wirkt der Schlaf äußerlich ruhig. 1
Wann du ärztlichen Rat einholen solltest
Gerade bei Schlafapnoe gilt: Ein Gespräch mit medizinischem Fachpersonal kann früh entlasten und Klarheit schaffen. Ärztlicher Rat ist nicht nur für schwere Fälle gedacht, sondern auch für Situationen, in denen man spürt: „So wie jetzt kann es nicht weitergehen.“
Warnsignale, die du ernst nehmen solltest
Sobald Schlafprobleme Einfluss auf Arbeit, Beziehungen oder Sicherheit im Straßenverkehr haben, ist es wichtig, die Ursache abzuklären.
Diese Anzeichen weisen darauf hin, dass deine Atemaussetzer möglicherweise gesundheitliche Auswirkungen haben. Dazu gehören:
- starke Tagesmüdigkeit, die über Wochen anhält
- Sekundenschlaf, selbst in ruhigen Situationen oder beim Autofahren
- Beobachtete Atempausen durch Partner:innen oder Angehörige
- häufiges nächtliches Aufschrecken, Herzrasen oder Luftnot
- morgendliche Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme oder Stimmungsschwankungen
Wenn mehrere dieser Punkte zutreffen, ist ein ärztliches Gespräch sinnvoll, um die Hintergründe zu klären.
Ein Arztgespräch dient der Klärung
Viele Menschen befürchten, dass nach einem Arztbesuch sofort „irgendwelche Maßnahmen“ folgen würden. Doch das stimmt nicht. Ein ärztliches Gespräch hilft zuerst dabei:
- Symptome einzuordnen
- Risiken besser zu verstehen
- mögliche nächste Schritte in Ruhe abzuwägen
Denn, es geht nicht darum, jemanden zu drängen, sondern darum, Klarheit, Sicherheit und Selbstbestimmung zu stärken.
FAQ – Häufige Fragen zu „Schlafapnoe erkennen und verstehen"
Der Begriff beschreibt das Gesamtbild aus nächtlichen Atemaussetzern, gestörtem Schlaf und Beschwerden am Tag wie Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme.
Die typischen Anzeichen sind: lautes oder unregelmäßiges Schnarchen, Atempausen, nächtliches Aufschrecken, Schwitzen, morgendliche Kopfschmerzen, starke Tagesmüdigkeit und Konzentrationsprobleme.
Meistens sind es hörbare Atempausen, unruhiges Schlafen, plötzliches Erwachen mit Herzrasen oder Luftnot, nächtliches Schwitzen und häufiger Harndrang.
Nein. Schnarchen ist häufig harmlos. Entscheidend für Schlafapnoe sind Atempausen. Diese können auch bei Menschen auftreten, die kaum oder gar nicht laut schnarchen.
Ja. Besonders Frauen berichten oft von eher leisem Schlaf, trotzdem treten Atemaussetzer auf. Auch manche Männer haben Schlafapnoe ohne auffälliges Schnarchen.
Jeder Atemaussetzer reißt den Schlaf aus dem Rhythmus. Die Tiefschlafphasen werden unterbrochen, sodass der Körper nicht richtig regenerieren kann. Die Folge ist bleibende Müdigkeit.
Mit zunehmendem Alter vrliert das Gewebe im Rachen an Spannung. Der Atemweg kann leichter einengen. Dadurch treten Atempausen häufiger auf.
Mögliche Folgen sind Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, erhöhtes Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall, Konzentrationsprobleme, Stimmungsschwankungen, Libidoverlust und Sekundenschlaf im Alltag.
Wenn starke Tagesmüdigkeit über Wochen anhält, Atempausen beobachtet werden, du nachts häufig aufschreckst oder Sekundenschlaf auftritt – besonders beim Autofahren.
Viele bemerken es nicht selbst. Hinweise sind: Atemaussetzer laut Partner:in, nächtliches Aufschrecken, starke Morgenmüdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme oder Sekundenschlaf.
Meist verengt sich im Schlaf der obere Atemweg (obstruktiv). Seltener setzt die Atemsteuerung im Gehirn kurz aus (zentral). Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen: Alter, Anatomie, Gene, Schlafgewohnheiten.
Direkt nicht. Aber schlechter Schlaf, Stressreaktionen und nächtliche Sauerstoffschwankungen können Tinnitus‐Beschwerden verstärken oder als belastender wahrgenommen werden.
Das hängt von der Ursache ab. Manche Risikofaktoren sind beeinflussbar (z. B. Schlafposition, Lebensstil), andere – wie Anatomie oder Alter – bleiben bestehen. Wichtig ist: Schlafapnoe ist gut behandelbar, jedoch nicht immer vollständig „verschwindend“.
Unbehandelt kann sie Herz und Kreislauf belasten, Sekundenschlaf auslösen und langfristig das Risiko für Schlaganfall oder Herzinfarkt erhöhen. Gefährlich wird sie durch die Summe vieler kleiner nächtlicher Stressmomente.
Schlafapnoe verkürzt das Leben nicht automatisch. Entscheidend ist, wie stark die Atemaussetzer sind, wie lange sie bestehen und ob Herz, Kreislauf und Gehirn beeinträchtigt werden. Wer Warnsignale früh erkennt, schützt seine Gesundheit nachhaltig.
Hinweis:
Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.
Quellen
1 Gesund.bund.de „Obstruktive Schlafapnoe (OSA)“
2 Lungeninformationsdienst.de „Was ist Schlafapnoe?“
3 SeegartenKlinik Heidelberg „Ist Schlafapnoe vererbbar?“
4 Ärztezeitung „Schlafapnoe beeinträchtigt das Gedächtnis“
5 Ärzteblatt „Schlafapnoe“
Meine Erfahrungen
Vor einigen Wochen bin ich heftig nach Luft schnappend aufgewacht. Das hat mich dazu bewegt, nachzuforschen. So bin ich auf das Thema Schlafapnoe gestoßen.
Da ich bisher immer gerne auf dem Rücken eingeschlafen bin, habe ich vorerst meine Schlafposition geändert – jetzt auf einer Seite. Ich hoffe, dass diese Veränderung vorerst ausreicht, um nicht wieder durch nächtliche Atemaussetzern aufzuwachen.
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