Einsamkeit im Alter ist ein Gefühl, das viele Menschen betrifft. Vielleicht kennst du das Gefühl der Einsamkeit oder der Angst vor dem Alleinsein im Alter. Dabei gibt niemand gerne zu, dass er sich einsam oder allein fühlt. Allein soziale Kontakte bieten einen Weg aus der Einsamkeit.

Mit diesen Informationen verstehst du dieses Thema besser. Die praktischen Tipps für Strategien und zur Prävention helfen dir, deine Einsamkeit zu überwinden.

Was ist Alterseinsamkeit?

Gegen Einsamkeit im Alter | Pro Aging Welt

Einsamkeit im Alter ist ein Gefühl der Isolation und des Mangels an sozialen Kontakten. Dabei ist wichtig zu wissen, dass Einsamkeit nicht dasselbe ist wie Alleinsein. Während Alleinsein oft freiwillig und vorübergehend ist, kann Einsamkeit auch dann auftreten, wenn du von anderen Menschen umgeben bist. Besonders ältere Menschen sind gefährdet, vereinsamt zu werden. Denn sie erleben aufgrund ihres Alters häufiger den Verlust von der Partnerin oder vom Partner, Freundinnen, Freunden und Familienmitgliedern.

Vereinsamung im Alter hat viele Gesichter

Das Bild von Einsamkeit ist vielfältig und oft nicht auf den ersten Blick erkennbar.

Manchmal verbirgt es sich hinter einer lächelnden, älteren Dame oder einem grantig erscheinenden Herrn. Dabei könnte es die Seniorin sein, die sich allein fühlt. Wohingegen der Senior vielleicht eine schlechte Nachricht erhalten hat und auf dem Weg zu seinem Sohn ist.

Unterschied zwischen Einsamkeit und Alleinsein

Es ist entscheidend, den Unterschied zwischen Einsamkeit und Alleinsein zu verstehen.

Alleinsein kann eine bewusste Entscheidung sein, Zeit für sich selbst zu nehmen, um zu reflektieren, zu entspannen oder sich zu erholen.

Einsamkeit hingegen ist ein unangenehm erlebtes Gefühl, das aus dem Mangel an sozialen Beziehungen resultiert. Sie kann tiefgreifende emotionale und physische Auswirkungen haben.

Einsamkeit und das Gefühl unerwünscht zu sein, ist die schlimmste Armut.
Mutter Teresa

Was tun gegen Einsamkeit im Alter: 7 praktische Tipps

Raus aus der Einsamkeit möchten viele Menschen mit 50, 60, 70 oder älter. Doch wie? Es gehören Mut und Überwindung dazu, das Gefühl der Einsamkeit zu überwinden.

Wer sich isoliert fühlt, kann lernen, sich und das Alleinsein anzunehmen oder soziale Kontakte zu finden und zu knüpfen.

Haustiere gegen Einsamkeit im Alter1. Soziale Aktivitäten

Soziale Aktivitäten bieten dir eine hervorragende Gelegenheit, neue Menschen kennenzulernen sowie bestehende Kontakte zu pflegen. Es gibt viele verschiedene Gruppen und Vereine, die sich auf ältere Menschen spezialisiert haben: Tritt Vereinen bei, besuche Seniorenzentren oder nimm an örtlichen Gemeinschaftsveranstaltungen teil.

Lesetipp zu diesem Thema: >> Gemeinschaft und soziale Aspekte des Radfahrens

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Haustiere gegen Einsamkeit im Alter2. Haustiere

Haustiere sind großartige Wegbegleiter. Zudem helfen sie, das Gefühl der Einsamkeit zu lindern. Denn ein Haustier bietet nicht nur Gesellschaft, sondern auch eine tägliche Routine und Verantwortung. Hunde und Katzen sind besonders beliebt. Jedoch auch kleinere Tiere wie Vögel oder Fische können Freude bereiten.

Tipp: Falls du selbst kein Haustier halten möchtest oder darfst, bietet sich z. B. der Besuch von oder ein Engagement in Tierheimen an. Oder du bietest dich zum Gassi gehen in deiner Nachbarschaft an.

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Körperliche Gesundheit und Bewegung3. Körperliche Gesundheit und Bewegung

Körperliche Gesundheit ist eng mit generellem Wohlbefinden verbunden. So trägt regelmäßige Bewegung dazu bei, Stress abzubauen und das Gefühl der Einsamkeit zu verringern. Spaziergänge, Yoga oder Schwimmen sind großartige Möglichkeiten im Alter, aktiv zu bleiben und dabei vielleicht neue Leute kennenzulernen. Bewegung setzt Endorphine frei, die als natürliche Stimmungsaufheller wirken und helfen, negative Gefühle zu bekämpfen.

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Ernährung und mentale Gesundheit4. Ernährung und mentale Gesundheit

Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig für deine mentale Gesundheit. Bestimmte Nahrungsmittel wie Fisch, Nüsse und Obst verbessern die Stimmung und fördern das allgemeine Wohlbefinden. Achte darauf, regelmäßig und gesund zu essen. Omega-3-Fettsäuren, die in Fischen wie Lachs und Makrele enthalten sind, haben sich als besonders hilfreich für die Gehirnfunktion und die Stimmung erwiesen.

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Rolle der Natur und im Freien sein5. Die Rolle der Natur und des Aufenthalts im Freien

Die Natur hat eine beruhigende Wirkung und hilft, Einsamkeit zu lindern. Spaziergänge in der Natur, Gartenarbeit oder einfach nur das Verweilen im Freien reduzieren das Gefühl der Isolation und steigern das Wohlbefinden. Der Aufenthalt im Freien und in der Natur hat nachweislich positive Effekte auf die mentale Gesundheit, reduziert Stress und verbessert die Stimmung.

Tipp: In immer mehr Orten gibt es das Angebot von Gemeinschaftsgärten. Dabei handelt sich um ein Stück Land, das als Garten von einer Gruppe von Personen gemeinsam bewirtschaftet wird.

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Reisen und neue Erfahrungen6. Reisen und neue Erfahrungen

Reisen ist eine wunderbare Möglichkeit, Einsamkeit zu bekämpfen. Neue Orte zu entdecken und neue Menschen kennenzulernen, verringert das Gefühl der Isolation und bereichert dein Leben. Es gibt viele Reisegruppen, die speziell für ältere Menschen organisiert werden. Diese Reisen bieten nicht nur die Möglichkeit, die Welt zu sehen, sondern auch, neue Freundschaften zu schließen und unvergessliche Erlebnisse zu sammeln.

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Smartphone, PC & Co. nutzen 7. Smartphone, PC & Co. nutzen

Moderne Technologie ist eine wertvolle Hilfe, im Kampf gegen Alterseinsamkeit. Smartphones, Tablets und Computer ermöglichen es dir, per Telefonat oder Videoanruf mit Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben. Selbst wenn diese weit entfernt leben.

Es gibt auch spezielle Apps und Plattformen für Seniorinnen und Senioren, die soziale Kontakte fördern. Virtuelle Seniorenclubs und Online-Foren bieten dir Möglichkeiten, dich auszutauschen und neue Bekanntschaften zu schließen.

Tipp: Solltest du darin ungeübt sein: Es gibt mittlerweile etliche Kurse, die sich auf Seniorinnen und Senioren spezialisiert haben.

Wie erweiterst du im Alter deine sozialen Netzwerke?

Mit dem Blick zurück hast du die Sicherheit, auf den eigenen Erfahrungen zu bauen. Denn viele Menschen waren in jüngeren Jahren geselliger als sie es mit 50, 55, 60, 65, 70 oder 75 Jahren sind.

Und findet sich dort keine Idee, bietet vielleicht der Blick nach vorne eine Inspiration. Was hast du schon immer einmal machen wollen?

Erste Schritte aus der Einsamkeit: der Blick in die Vergangenheit

Sich erinnern an einen früheren Freundeskreis und erneut Kontakt aufnehmen. Auch ehemals ausgeübte Hobbies oder die Teilnahme an sozialen Aktivitäten können eine Lösung sein.

Manchen Menschen fällt es schwer neue Kontakte zu knüpfen. Hier einige Tipps, wie es dir leichter fallen könnte:

  • Naheliegendes nutzen: Schließe dich Bekannten, Nachbarinnen oder Nachbarn an, wenn du irgendwo neu dazu stößt.
  • Ohne selbst welche zu haben: Kinder und Hunde helfen, in Kontakt zu kommen und liefern Gesprächsstoff.
  • Nachbarschaftsvereine oder Besuchsdienste kommen nach Hause. Das baut erste Hürden ab.
  • Bei Small Talk fühlst du dich überfordert? Übe das Reden erst mit einem Menschen, der dir vertraut ist.
  • Oder setze dich einfach mal auf eine Bank im Ort und warte ab, wer sich dazu gesellt. Und dann rede über etwas Alltägliches oder über das, was gerade in deinem Blickfeld ist. In einigen Gemeinden gibt es dafür extra markierte „Plauderbänke“.
  • Abfuhren kassiert jeder Mensch mal. Dranbleiben!

Weitere Schritte aus der Einsamkeit: Wünsche und Interessen

Der schnellste Weg aus der Einsamkeit führt über die Frage nach den eigenen Wünschen und Interessen, welche die Grundlage für eine ansprechende Freizeitgestaltung sind. Denn wer Freude an dem hat, was er tut, fühlt sich automatisch weniger einsam.

Wer sich bereits wohler auf dem sozialen Parkett fühlt, kann noch aktiver werden:

  • Ehrenamtliches Engagement: Die „Tafel“, Nachhilfegeben oder Vorlesestunden in einer Grundschule. Das gibt Kraft und positive Energie. Welche Tätigkeit begeistert dich? Die meisten Vereine und Institutionen sind dankbar über jede helfende Hand.
  • Kurse besuchen: Auch in Kochkursen, Tanzvereinen, Fitnessangeboten oder offenen Gruppen können Leute kennengelernt und Beziehungen geknüpft werden. Und diese Kurse müssen nicht konkret auf Seniorinnen und Senioren ausgerichtet sein.
  • Selbst ein Projekt auf die Beine stellen: Möchtest du etwas Bestimmtes unternehmen und dafür gibt es noch kein Angebot in deiner Umgebung? Versuche, es selbst zu realisieren. Vielleicht finden sich Gleichgesinnte dazu? Nicht aufgeben, wenn es nicht sofort gelingt. Vielleicht fehlte nur ein kleiner Baustein?
  • Das Internet nutzen: Die sozialen Medien sind ideal, um Kontakte zu knüpfen. Es gibt viele Online-Portale und regionale Facebook-Gruppen, auf denen sich Menschen für Unternehmungen verabreden. Dort findet sich sicher eine Gelegenheit, um ein paar schöne Stunden zu erleben.

Offenbleiben und sich auch mal anschließen, wenn es nicht 100% deinen eigenen Interessen entspricht. Vielleicht entdeckst du ganz neue Seiten und Interessen an dir? Letztendlich geht es um den sozialen Kontakt und dass du dich dabei wohl fühlst.

Tipp: Gibt es kein passendes Angebot – einfach mal selbst etwas vorschlagen. Wenn es nicht ankommt? Egal! Vielleicht klappt`s ein anderes Mal?

In einer Gruppe, die sich gerade selbst neu findet, ist der Umgang miteinander meist offener und das Aufeinander zugehen fällt leichter.

So hilfst du anderen und gleichzeitig dir selbst, denn durch dein Engagement hast du automatisch Gesprächsthemen mit Gleichgesinnten und einen festen Termin, der dich mit lieben Menschen verbindet.

Was verursacht Einsamkeit im Alter?

Kochende Frau - Gegen Einsamkeit im Alter | Pro Aging Welt

Einsamkeit im Alter entsteht oft schleichend. So haben die Kinder immer seltener Zeit; Freundinnen, Freund oder Weggefährten sterben. Oder Erkrankungen, abnehmende Mobilität sowie mangelnde Mobilitätsangebote erschweren soziale Begegnungen.

Einsamkeitsgefühle entstehen bei Menschen, die sich nicht integriert bzw. nicht einer Gemeinschaft zugehörig fühlen. Dabei löst dieser Umstand bei ihnen eine negative Befindlichkeit aus. Es ist somit eine rein subjektive Wahrnehmung.

Einige Ursachen warum Alterseinsamkeit häufiger auftritt:

Verlust der Partnerin oder des Partners

Der Tod eines geliebten Menschen hinterlässt eine große Lücke im Leben. So fehlen plötzlich die tägliche Routine, gemeinsame Erlebnisse sowie der emotionale Beistand, den eine Partnerin oder ein Partner bietet. Dieser Verlust kann zu einem starken Gefühl der Einsamkeit führen.

Ruhestand oder Rente

Mit dem Ruhestand fällt die tägliche Arbeit und Struktur sowie der damit verbundene soziale Kontakt weg. Plötzlich gibt es keine Kolleginnen oder Kollegen mehr, mit denen du dich wie selbstverständlich austauschen kannst. Auch deine beruflichen Herausforderungen und deine klare Tagesstruktur sind verschwunden.

Gesundheitliche Probleme

Einschränkungen durch Krankheit oder Behinderung können die Mobilität und somit die sozialen Aktivitäten einschränken. Wenn es schwieriger wird, das Haus zu verlassen oder an sozialen Veranstaltungen teilzunehmen, steigt das Risiko, einsam zu werden.

Wegzug von Familienmitgliedern

Kinder und Enkelkinder ziehen oft weit weg, sei es aus beruflichen oder persönlichen Gründen. Die räumliche Distanz macht regelmäßige Besuche schwieriger.

Trennung im Alter

Immer mehr Langzeitehen werden geschieden. Wodurch vor allem Paare ab 50 betroffen sind. Die diversen Gründe sind geänderte Lebensansprüche im Vergleich von vor 30 oder 40 Jahren. Auch der Auszug der Kinder rüttelt am Familiengefüge. Plötzlich mit 50 alleine leben nach einer Trennung ist im Alter eine größere Herausforderung.

„Allein sein zu müssen ist das Schwerste, allein sein zu können das Schönste.“
Hans Krailsheimer

Was passiert bei zu langer Einsamkeit?

Auch, wenn es ein Gefühl ist: Ein Leben mit seltenen sozialen Kontakten hat ernsthafte Auswirkungen auf die physische und psychische Gesundheit. So können bei längerer Einsamkeit verschiedene Symptome auftreten.

Studien belegen, dass Einsamkeit die gleichen negativen Einflüsse auf die Gesundheit haben kann, wie die Risikofaktoren Rauchen und Übergewicht. Doch vor allem das Risiko, an Depressionen zu erkranken, erhöht sich massiv durch Vereinsamung.

Einsam im Alter und die psychische Gesundheit

Einsamkeit kann zu Depressionen, Angstzuständen und einem Gefühl der Wertlosigkeit führen. Menschen, die einsam sind, berichten häufig von Gefühlen der Traurigkeit und Niedergeschlagenheit. Die ständige Einsamkeit beeinträchtigt auch das Selbstwertgefühl und die Lebensfreude stark.

Physische Gesundheit

Chronische Einsamkeit erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz und ein geschwächtes Immunsystem. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die sich einsam fühlen, häufiger unter Bluthochdruck, Schlafstörungen und einer verringerten Lebenserwartung leiden.

Wie lässt sich die Angst vorm Alleinsein im Alter bewältigen?

Angst entsteht oder besteht oft, vor einem Ereignis. Menschen befürchten vor einer Veränderung, dass sie sich einsam fühlen werden.
Angst vorm Alleinsein im Alter ein häufiges Problem. Dabei gibt es gibt Wege, diese Angst präventiv zu überwinden.

Akzeptiere deine Gefühle

Es ist in Ordnung, Angst zu haben. Akzeptiere diese Gefühle und sprich mit jemandem darüber. Manchmal hilft es schon, sich einfach jemandem anzuvertrauen und die eigenen Sorgen zu teilen.

Bleibe aktiv

Beschäftige dich mit Hobbys, Sport oder ehrenamtlicher Arbeit. Aktivitäten können helfen, den Geist zu beschäftigen und die Angst zu reduzieren. Finde etwas, das dir Freude macht und dich erfüllt. Dies kann auch dazu beitragen, neue soziale Kontakte zu knüpfen.

Suche professionelle Hilfe

Eine Therapeutin oder ein Therapeut kann dir Techniken beibringen, wie du mit deiner Angst umgehen kannst. Professionelle Unterstützung hilft dir, negative Denkmuster zu erkennen und zu ändern. Es gibt auch Selbsthilfegruppen (Online und Präsenz), in denen du dich mit anderen austauschen kannst, die ähnliche Erfahrungen machen.

Trotz des Alleinseins: sich selbst gut behandeln

Der Werbespruch einer bekannten Kosmetikmarke lautet: „Weil wir es uns wert sind“. Und genau so ist es. Wer schätzt uns (mehr), wenn nicht wir selbst!
Wir sollten uns so wichtig sein, dass wir für uns alleine leckere Speisen kochen. Und dabei Spaß haben und anschließend an einem schön gedeckten Tisch das Essen genießen. Dass wir Spazierengehen und dabei voller Achtsamkeit sind – gegenüber der Natur, der städtischen Architektur oder den entgegenkommenden Menschen. Und am Abend kredenzen wir uns ein Glas Wein und genießen die eigene Gesellschaft.

Alte Verhaltensmuster stehen uns manchmal im Weg, das Leben zu genießen. Dabei können es schon kleine – auch weniger kostspielige – Dinge sein, die uns Freude schenken, auch wenn wir allein sind.

Meine Gedanken

Auch ich habe Momente, in denen ich mich einsam fühle. Wobei ich zu den Menschen gehöre, denen es weniger ausmacht, allein zu sein. Wenn ich die Einsamkeit intensiv spüre, überlege ich, was ich unternehmen könnte, damit es mir wieder bessergeht.

Es kann jedes Mal etwas Anderes sein: Einmal telefoniere ich mit Familie oder Freunden. Ein anderes Mal verabrede ich mich oder ich gehe einfach spazieren etc. Es muss nicht immer soziale Gesellschaft sein, die mich aus dieser Emotion herausholt. Egal was, ich mache mich auf meinen Weg aus der Einsamkeit. Dabei ist es wichtig, zu wissen, was mir guttut, Spaß macht und erfüllt.

Wie sind deine Erfahrungen?

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