Offen für Neues

Offen für Neues – glücklicher & erfüllter leben

Noch nie habe ich so viele Dinge zum ersten Mal erlebt, wie in diesem Jahr. Zumindest kam es mir so vor. – Ob beim 1. Kartbahn fahren mit meinem Sohn, dem Mitspielen bei den Impro-Champignons (Bestandteil des Improvisationstheater-Festivals), dem 1. Besuch eines klassischen Konzerts mit Freunden oder einem Zeppelinflug über dem Bodensee, der erste Besuch eines Frauenbades, zum ersten Mal Zürich erkundet. Da einige dieser Dinge, die ich neu ausprobiert hatte, kurz aufeinander folgten, wurde ich mir deren Wirkung bewusster. Jedes Mal nach einem neuen Erlebnis spürte ich, wie lebendig und angeregt ich mich dadurch fühlte.


Das machte mich neugierig. Ich wollte erfahren, warum es so inspirierend ist, etwas Neues zu unternehmen.

„Man muss etwas Neues machen, um etwas Neues zu sehen.“
Georg Lichtenberg

Etwas Neues: Was passiert im Gehirn?

Offen für Neues | Pro Aging Welt

Sobald du etwas Neues positiv erlebst, wird die Gehirnregionen, in der Dopamin (Glückshormon) ausgeschüttet wird (Teil des Belohnungssystems), stark aktiviert. Dabei müssen es keinesfalls immer große und teure neue Erfahrungen sein.

Die Wirkung verstärkt sich in ein auf Dauer positives Leben, wenn du regelmäßig Glücksmomente in deinem Leben generierst.

Ein positiver Nebeneffekt: An Dinge, die wir neu ausprobiert haben, erinnern wir uns besser. Das liegt vor allem an den vielen positiven Gefühlen, die wir diesen Momenten empfunden haben. Wir waren freudig, euphorisch, glücklich, ausgelassen usw.

Was hält uns davon ab, offen für Neues zu sein?

Gerade mit zunehmendem Alter fällt es manchen Menschen schwerer, aus gewohnten Bahnen auszubrechen und etwas Neues auszuprobieren. Es ist schwierig für sie die Sicherheit ihrer Alltagsroutine aufzugeben.

Natürlich gibt es tausend Gründe und Hindernisse offen für Neues zu sein:
Ich bin schon so alt… Welchen Sinn hat es jetzt noch eine neue Sprache zu lernen? Wozu soll ich eine neue Sportart ausprobieren? Ich bin doch nicht mehr so mobil wie früher… Das kann ich bestimmt nicht mehr lernen.

Oft ist es die Angst vorm Versagen, vor dem Scheitern, die uns davon abhält, Veränderungen aktiv zu beginnen.

In der Vergangenheit

Vielleicht hörten wir in unserer Kindheit verschiedene Glaubenssätze:
„Geh zur Schule und höre auf die:den Lehrer:in. Sei fleißig und schreibe gute Noten. Bezahle deine Rechnungen pünktlich. Sorge für dein Alter vor. Erziehe wohlgeratene Kinder usw.“ 

In der Gegenwart

Im Alltag mit Familie und Kindererziehung waren wir froh, wenn die etablierten Routinen funktionierten. Wenn außerplanmäßige Ereignisse ausblieben. Wenn alles glatt lief. Es gab keine oder kaum Zeit, um was Neues auszuprobieren.

Dasselbe empfinden wir, wenn wir selbst oder jemand Nahestehendes krank oder pflegebedürftig ist. Dann steht unsere (Selbst-)Fürsorge im Vordergrund und es ist wenig Raum und Zeit für Außergewöhnliches.

Genau dann sind Routinen durchaus sinnvoll. Jedoch Abweichungen sollten möglich sein. Denn ein Leben, dass nur aus routinierten Abläufen besteht, bietet keine innere Befriedigung. Der eigene Sinn im Leben lässt sich so nicht finden. Ein solches Leben wird oft als öd und langweilig wahrgenommen.

„Wann, wenn nicht jetzt? Wo, wenn nicht hier? Wer, wenn nicht wir?
John F. Kennedy

Offen für Neues: methodisch planen oder freier handeln?

Ist es schon länger her, dass du etwas Neues unternommen hast? Dann ist dieses Vorgehen vielleicht hilfreich für dich. Denn oft ist es einfacher, anfangs Veränderungen strukturiert anzugehen.

 

  1. Schritt: Schreibe auf, in welchen Bereichen deines Lebens du dein Glücksgefühl steigern möchtest (z. B. Beziehung, wie Partnerschaft, Familie oder Freund:innen, Beruf, Sport, Kultur). Wo würde es dir leichter fallen? Wähle maximal drei Lebensbereiche.
  1. Schritt: Für jeden dieser drei Lebensbereiche überlegst du dir eine Sache, die du neu ausprobieren möchtest. Dies kann auch eine kleine Veränderung sein. Hauptsache es ist etwas Neues.
  1. Schritt: Für deine definierten Neuerungen planst du feste Termine. Diese hältst du per Kalendereintrag oder Erinnerungszettel fest. Dadurch wirst du daran erinnert.
  1. Schritt: Überlege, was dir geholfen hat, diese neue Veränderung tatsächlich umzusetzen. Was war hinderlich? Dadurch gelingen dir die nächsten neuen Aktivitäten eventuell müheloser.
  1. Schritt: Wiederhole dieses Vorgehen regelmäßig, z. B. monatlich. – Auch hier, gerne mit Erinnerung.

 

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Natürlich kannst du das Ganze auch unkomplizierter und weniger strukturiert angehen. Vielleicht speist du einfach in einem exotischen Restaurant, in das du sonst nicht gehen würdest. Oder du besuchst eine Veranstaltung, zu der du normalerweise niemals gehen würdest. 

Wichtig fürs Gelingen – ob methodisch oder ungeplant – ist, dass du die neue Aktivität als angenehm empfindest. Und setze dich nicht mit zu hohen Erwartungen unter Druck. Hole dir Verbündete (Freund:innen, Familie), denn gemeinsam macht es mehr Spaß. Mit der Zeit wird es dir immer leichter fallen, offen für Neues zu sein und Neues zu unternehmen. So hast du weniger Langeweile und wirst nachhaltig glücklicher.

„Wenn du die Absicht hast, dich zu erneuern, tu es jeden Tag.“
Konfuzius

Offen sein: schon kleine Veränderungen wirken

Oft reichen kleine Veränderungen oder Anregungen aus, um dem eigenen Leben neue Impulse zu geben. Menschen, denen es gelingt Neues und Unbekanntes in ihr Leben zu lassen, sind positiver und führen ein erfüllteres Leben. Sie sind offener und nehmen stets neue Inspirationen wahr.

Meine Gedanken

Klar braucht es Mut, die eigene Komfortzone zu verlassen. Deshalb ist es gut sich „Verbündete“ zu suchen. Trau dich einfach mal, etwas Anderes oder sogar etwas Verrücktes zu machen. Am besten schlägst du es deinen Freund:innen vor. Vielleicht wirst du von deren zustimmender Reaktion überrascht.
Oder du sagst einfach mal „Ja“, wenn ein Vorschlag zu einer ungewöhnlichen Unternehmung von deinen Freund:innen kommt. Auch, wenn du es eigentlich nicht machen möchtest.

Ich bin sicher, du wirst dich selbst noch besser kennenlernen, wenn du neue Sachen ausprobierst. Versuche regelmäßig kleine Veränderungen in dein Leben einzubauen und sieh, was passiert.

Dadurch können wir einen Schatz an positiven Erinnerungen sammeln für eine Zeit, in der wir nicht mehr so einfach Neues ausprobieren können.

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Veröffentlicht am 25.09.2022

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Welche neuen Dinge hast Du erlebt? Welche überraschenden Erlebnisse gehabt? Was ist dir dabei besonders in Erinnerung geblieben?
Was möchtest du gerne Neues ausprobieren?

Schreibe uns gerne deine Erfahrungen und Tipps.

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